Regionale Verkehrsplanung dringend notwendig

Für die Bewältigung der verkehrspolitischen Herausforderungen braucht es eine gemeinsame regionale Verkehrsplanung – auch für den Individualverkehr.

Daniel Seiler Kandidat Grossratswahlen Kleinbasel

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Basel wächst wieder und es entstehen neue Arbeitsplätze. Das ist erfreulich, aber mehr Arbeitende und mehr Bewohner bringen auch mehr Verkehr – auch mehr Autoverkehr.

Staumeldungen auf der Ost- und Nordtangente am Morgen und am Abend gehören heute leider zum Alltag. Der Stau führt zu Ausweichverkehr durch Birsfelden und Muttenz, aber auch quer durch die Stadt z.B. via Aeschenplatz über die Wettsteinbrücke ins Kleinbasel. 

Es ist erfreulich, wenn es eine verstärkte Koordination zwischen Baselland und Basel-Stadt für die rasche Entwicklung des Bahnknotens Basel gibt. Das lässt hoffen, dass es vorwärts geht mit der Regio-S-Bahn, aber die Region Basel braucht auch eine gemeinsame regionale Verkehrspolitik für den Individualverkehr.

Für die täglichen Staus auf wichtigen Strassen braucht es rasch eine Lösung. Unbestritten ist, dass der Bau der Nordtangente das Verkehrsprojekt war, welches wirklich einen Mehrwert für die Bevölkerung beidseitig des Rheins gebracht hat. Die Nordtangente brauchte aber von der ersten Idee bis zur Fertigstellung mehr als ein halbes Jahrhundert. Und leider ist sie bis heute unfertig. Die «Fertigstellung» und damit die Verbindung via Süden an die A3 ist weder gebaut noch besteht Einigkeit darüber, wie und ob das Konzept des Basler Autobahnringes je fertig gebaut werden soll. 

Während Zürich die städtische Umfahrung vorangetrieben hat, ist Basel leider hier stehen geblieben. Wir sollten das Konzept des Autobahnrings (Verbindung der A3 mit der Nordtangente) wieder aufnehmen. Natürlich in Koordination mit Basel-Land. Nur so können die oberirdischen Quartierstrassen wirksam und nachhaltig entlastet werden.

Eine Entlastung soll der Rheintunnel bringen. Leider müssen wir darauf mind. noch 20 Jahre warten. Der Zeithorizont ist absolut nicht akzeptabel. Es braucht raschere Lösungen.

Eine Lösung wäre die Öffnung und Signalisierung der Autobahn A98 bei Rheinfelden für den Transitverkehr nach Deutschland. Zumindest bei Rückstau und Unfällen. Nicht einfach, aber genau dafür müssen sich alle regionalen Verkehrspolitiker in Bern und Deutschland einsetzen.